Konzertprogramme

Konzertprogramme

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Amanda Simmons, Gabriele Bultmann und Leila Schoeneich

mia yrmana fremosa – Frauenlieder von Liebe und Leid 
In diesem Programm präsentieren wir eine vielseitige Auswahl von Frauenliedern des weltlichen Mittelalters von der Iberischen Halbinsel, aus Frankreich und Deutschland mit Werken u.a. von Martín Codax, Neidhart von Reuental, Richart de Fournival und aus dem Codex Montpellier und den Carmina burana. Das Programm wird ergänzt durch einige geistliche Lieder, die in Manuskripten aus deutschen Frauenklöstern, bzw. religiösen Frauengemeinschaften gefunden wurden. Wie ein roter Faden zieht sich die kleine Motette „Endurez, endurez les dous mas d’amer“ (Erduldet, erduldet die süßen Qualen der Liebe) als Motto durch das Programm und führt in verschiedenen Versionen wiederkehrend in die unterschiedlichen Themen der Kapitel ein:
„Am Meer“, „Mutter-Tochter Gespräche“, „La malmariée“ (die unglücklich Verheiratete), „Klagelieder“ und „Himmlische Liebe“.
Die Lieder erzählen von Schwestern, Müttern und Töchtern, von Rittern, eifersüchtigen Ehemännern und Verführern, von Freude und Hoffnung, Sehnsucht und Enttäuschung sowie am Ende von der geistlichen Minne.
Siehe auch unsere neue CD zu diesem Programm!

Mit vrouden quam der engel – Eine mittelalterliche Weihnachtsgeschichte
musikalisch erzählt von der Verkündigung des Engels Gabriel bis zur Geburt Jesu
In diesem Programm werden Weihnachtslieder des 13.-15. Jahrhunderts aus England, Deutschland, Italien und Frankreich umrahmt von Gregorianischen Chorälen – z.B. aus den Stundengebeten der heiligen Jungfrau Maria, Choräle für die Adventszeit, Weihnachtstage und die heilige Messe zur Geburt Jesu.
Ähnlich wie durch die Rezitative in späteren Oratorien, wird die bekannte Weihnachtsgeschichte auf diese Weise musikalisch verkündet. Unter den mittelalterlichen Weihnachtsliedern unseres Programms befinden sich auch frühe Versionen heutiger „Weihnachtsschlager“ wie z.B. In dulci jubilo, Es kumpt ein Schiff geladen und Joseph, liber nefe min.
Die Lieder werden a capella und auch mit abwechslungsreicher Instrumentalbegleitung präsentiert. Dabei kommt besonders unser schönes Glockenspiel zur Geltung!

Ave, maris stella – Eine musikalische Pilgerreise nach Santiago de Compostela
Im späteren Mittelalter spielte die Marienverehrung eine bedeutende Rolle. Maria, „Jungfrau und Mutter Gottes“, wurde als Vermittlerin zwischen Gott und Mensch verehrt. In dieser Zeit entstanden zahlreiche liturgische und frei komponierte Lieder zu Ehren Marias. Dabei bekam sie vielfältige poetische Namen voller Symbolkraft, z.B. Morgenröte, Sonnenstrahl, glänzender Stern, Morgenstern oder eben Stern des Meeres, maris stella. Der Marien Hymnus Ave, maris stella war in ganz Europa weit verbreitet und diente als Thema für viele musikalische und poetische Variationen. In unserem Programm zieht sich dieser berühmte Hymnus, zusammen mit einigen
typischen weltlichen Liedern der Zeit, wie ein roter Faden durch die vielen Stationen der musikalischen Pilgerreise. Die Zuhörer werden von Bingen am Rhein entlang über Paris und Notre Dame, durch Okzitanien bis zu der schwarzen Madonna im Kloster Montserrat und weiter durch das Königreich Kastilien zum Hofe Alfonsos des Weisen geführt, um schließlich das Ziel – den zweitwichtigsten christlichen Pilgerort nach Jerusalem – Santiago de Compostela zu erreichen.
Geistliche und weltliche Lieder von Hildegard von Bingen, Walter von der Vogelweide, Moniot d‘Arras, Comtessa de Dia und Werke aus den Codices Montpellier, Faenza, Calixtinus, Llibre Vermell u.a. werden ausdrucksvoll kombiniert, um die Musik dieser Zeit in ihrer Vielfältigkeit darzustellen. Es gibt dieses Programm auch in der sehr anschaulichen Version als halb-szenisches Konzert mit Dialogen, Requisiten und ggf. Bildern zu den einzelnen Reisestationen.