Amanda Simmons, Gaby Bultmann und Leila Schoeneich verbindet die Liebe zur Musik des Mittelalters und der Wunsch, diese Musik in ihrer Farbigkeit und Ausdruckskraft hörbar und erfahrbar zu machen. 2004 gründeten sie das Ensemble Triphonia und entwickelten viele Konzertprogramme zu Themen des gesamteuropäischen Mittelalters, die in Festivals und Konzertreihen in Deutschland und Italien aufgeführt wurden. Eine große Rolle in der Arbeit von Triphonia spielen die Rekonstruktion von verschollenen Melodien nach Parallelquellen und die Instrumentierung der oft einstimmigen Lieder. Mit Instrumenten wie romanische Harfe, Psalterium – den Instrumenten der Bibel -, Mittelalterflöten, Einhandflöte mit Trommel oder Saitentambourin, Fidel, Tintinnabulum – dem Bronzeglockenspiel, mit dem schon Pythagoras dargestellt wurde -, Orgelportativ, Drehleier, Dulce Melos – dem Hackbrett des Mittelalters – und verschiedenen Perkussionsinstrumenten wird die ganze Farbenpracht der mittelalterlichen Liedbegleitung eingesetzt. Auch in der Vokalmusik zeichnet sich Triphonia durch eine große Gestaltungsvielfalt aus: von der Solostimme über verschiedene Techniken der Bordunbegleitung und improvisierter Gegenstimmen bis zum zwei- und dreistimmigen polyphonen Satz.Genauigkeit im Umgang mit den Originalquellen und die Lust am Improvisieren und Variieren, die in der mittelalterlichen Musizierpraxis eine große Rolle spielte, gehen bei Triphonia Hand in Hand.2010 erschien die erste CD „Mia yrmana fremosa – Frauenlieder des Mittelalters“ beim niederländischen Musiklabel „Challenge Records International“/Neuauflage 2024 beim Label „Fineline“.2022 brachte Triphonia die zweite CD heraus: „Es kumpt ein Schiff – Advents- und Weihnachtslieder des Mittelalters“ und dankt für die Förderung von Neustart Kultur.
Amanda Simmons erhielt ihren Master in Gesang und historischer Aufführungs-praxis am Early Music Institute der Musikhochschule der Indiana Universität in Bloomington, USA, wo sie bei Thomas Binkley studierte und als seine Assistentin arbeitete. Außerdem hat sie einen Studiengang für Kultur, Literatur und Geschichte des Mittelalters abgeschlossen. Seit 1985 zahlreiche Konzerte und szenische Aufführungen in den USA und Kanada, u.a. mit Thomas Binkley, Margriet Tindemans und Mitgliedern der Ensembles Alcatraz und Sequentia. Neben der Musik des Mittelalters umfasst ihr Repertoire auch viele Werke aus Renaissance und Barock sowie Neue Musik. Mit dem Ziel, Frühe Musik für das moderne Publikum lebendig und zugänglich zu machen, entwickelte sie einen eigenen Stil mit szenisch-thematischen Programmen. Für das amerikanische Label Focus hat sie bei mehreren CD-Produktionen mitgewirkt. Sie ist Mitglied mehrerer Ensembles, z.B. des Kölner Ensembles Ars Choralis Coeln (Konzerte u.a. mit WDR, MDR, NDR und SWR und im Ausland). Mit diesem Ensemble erschienen mehrere CDs u.a. mit den Ensembles Oni Wytars, Joculatores und Amarcord. Mitwirkung in dem Film „Vision“ von Margarethe von Trotta über das Leben der Hildegard von Bingen. Amanda Simmons ist nicht nur als Sängerin, sondern auch mit der romanischen Harfe, verschiedenen Perkussionsinstrumenten und Glocken zu hören.
Gaby Bultmann studierte Blockflöte mit Nebenfächern Gesang, Barockgeige und Cembalo in Berlin, Amsterdam und Mailand. Außerdem beschäftigte sie sich intensiv mit verschiedenen Mittelalter-instrumenten und studierte Aufführungspraxis des Mittelaters bei Pedro Memelsdorff. Sie gründete verschiedene Ensembles für ganz alte und ganz neue Musik (Commedia Nova – deutsch-italienisches Duo für Musik und Theater, Cöllner Compagney – Quintett für Musik der Renaissance, ChiaroScuro – Duo für Notiertes und Improvisiertes u.a.) und konzertiert mit ihnen in ganz Europa.
Konzeption thematischer und szenischer Konzerte und von Konzertreihen für Museen und Ausstellungen sowie Musiktheaterproduktionen. Mehrere eigene CDs, Beteiligungen an Hörbüchern und Weltmusik-CDs, Radio- und Fernsehauftritte (SFB, Rai 3 u.a.). Unterrichtstätigkeit in Berlin und Leipzig, Fortbildungen für Lehrer in Deutschland und Italien, Museumsführerin am Musikinstrumenten-Museum und Gemäldegalerie Berlin.
Leila Schoeneich wurde in Antwerpen geboren und studierte Blockflöte in Berlin und Amsterdam. Seit 1990 konzertiert sie mit verschiedenen Alte Musik-Ensembles in Europa. Neben der Alten Musik gehört auch Neue Musik zu ihrem Repertoire, darunter zahlreiche für sie geschriebene Stücke. Mit ihrem Märchen-Musiktheater Musitabor gastiert sie zusammen mit dem Puppenspieler Martin Lenz seit 20 Jahren regelmäßig z.B. bei den Berliner Tagen für Alte Musik, der Mitteldeutschen Barockmusik, im Schütz-Haus Bad Köstritz, im Berliner Musikinstrumentenmuseum, den Potsdamer Sommerfestspielen, im Händelhaus Halle, bei den Händelfestspielen und im Gesellschaftshaus Magdeburg. Dabei wechselt unter ihrer Leitung bei jeder Produktion die Besetzung und reicht vom Blockflöten-/Gemshorn-/Krummhornconsort mit Percussion bis zum Barockensemble mit Cembalo, Theorbe, Violine, Cello und natürlich der Blockflöte. Außer mit Triphonia konzertiert sie mit der Cöllner Compagney und im Duo mit der Cembalistin Sabine Erdmann als Corellis Cousinen. Seit 2021 gibt es Musikvideos von ihrem Flötenspiel.